Zum Inhalt springen
Kontakt

Welche Themen interessieren Sie:

Welcher Berufsgruppe gehören Sie an:

Projektvorstellung
18.09.2020

Neuer Wohnraum für die Platte

Großes, dunkelgraues Wohnhaus mit vielen Balkonen

In einer Plattenbau-Großsiedlung in Berlin-Lichtenberg entstand moderner und flexibler Wohnraum. Zwei große Wohngebäude ergänzen jetzt die über 40 Jahre lang bestehende Siedlung.

Nachverdichtung in der wachsenden Stadt

Die Großsiedlung Fennpfuhl entstand in den 1970er- und 1980er-Jahren im Zuge des Wohnungsbauprogramms der DDR in modularer Bauweise. Die Flächen zwischen den Zehn- und Elfgeschossern dienten als Spielflächen und grüne Erholungsräume. Nach der Wende verwilderten sie zusehends und wurden zu einem städtebaulichen Problem. Die Wohnungsbaugenossenschaft HOWOGE erwarb vor einigen Jahren, um neuen und zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen, ein solches Grundstück – von zehngeschossigen Plattenbauten umstanden, etwa 4.000 Quadratmeter groß. Der Auftrag ging an das Architekturbüro Heide & von Beckerath.

Zwei große, dunkelgraue Wohnhäuser auf einer Baustelle
Hier entsteht flexibler Wohnraum: Mitten in der Großsiedlung Fennpfuhl werden zwei große Wohnhäuser gebaut.
Mehrere Beton-Balkone an einem grauen Wohnhaus.
Für jede Wohnung mindestens ein Balkon – das ist in Berlin ein gefragtes Gut.
Sicht von einem Balkon auf einen weißen Plattenbau.
Hier haben zwei Personen gemütlich Platz, um gemeinsam in der Sonne zu sitzen.
Weißer Plattenbau neben modernem, grauen Wohnhaus.
Flexibles Wohnkonzept trifft Plattenbau – neu trifft alt.

Entwicklung des Wohnquartiers fördern

„Wir wollten nicht einfach nur nachverdichten, sondern etwas Positives hinzufügen,“ erklärt Architekt Tim Heide. „Unser Ziel war es, zeitgemäße Wohngrundrisse für individuelles Leben anzubieten.“ 
Das Resultat: zwei achtgeschossige Mietshäuser mit rund 70 Wohnungen. Eine eingeschossige Kindertagesstätte verknüpft die leicht zueinander versetzten Wohnbauten. Die Zimmer der Zwei- bis Fünfraumwohnungen in den Regelgeschossen sind um einen innen liegenden Kern aus Bad und Küche angeordnet. Die Bewohner*innen können so frei entscheiden, welche Räume sie abtrennen wollen. Lassen sie alle Türen weg, entsteht um das Küche-Bad-Element ein offener, fast loftartiger Raum. Wünscht der Mieter hingegen Türen, erhält er mehrere, ungefähr gleich große Einzelzimmer. Zu jeder Wohnung gehört zudem mindestens ein weit auskragender Balkon.

„Wir wollten etwas Positives hinzufügen, nicht den Raum einfach wegnehmen.“
Tim Heide
Partner Architekturbüro Heide & von Beckerath

Raum für gelebte Nachbarschaft

Tim Heide und seine Büropartnerin Verena von Beckerath legen großen Wert auf die Förderung der Gemeinschaft: Die alteingesessenen Bewohner*innen des Kiezes und die neuen Nachbar*innen sollen miteinander in Kontakt kommen und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt werden. Heide und von Beckerath entwickelten zunächst einen Freiraum zwischen den Plattenbauten und den Neubauten. „Wir überlegten dann, wie wir die Menschen zusammenbringen können“, erinnert sich Tim Heide. „Was wir in Berlin immer brauchen, sind große Abstellräume für Fahrräder. Wir schlugen daher vor, diese Fahrradräume im Erdgeschoss unterzubringen und etwas größer zu machen als nötig, um sie zum einen allen Quartiersbewohnern zur Verfügung zu stellen und um sie zum anderen auch für andere Zwecke wie Nachbarschaftsfeste oder Kulturveranstaltungen nutzbar zu machen. Über große Falttüren öffnen sich die Fahrradräume nach außen. So entstand ein attraktiver Raum, der gleichzeitig Eingangsbereich, Begegnungsort und Bindeglied zwischen Neu- und Altbauten ist.“

Neue Ideen für gemeinschaftliches Wohnen

Eine Anforderung der HOWOGE an die Architekt*innen war es, neben klassischen Wohnungsgrundrissen neue Ideen für gemeinschaftliches Wohnen wie etwa Mutter-Kind-, Senior*innen- oder Studierenden-WGs zu entwickeln. Für die Wohngemeinschaften sind die Hochparterres reserviert. Jede Wohnung besteht aus einer Küche und einem Bad zur kollektiven Nutzung, dazu steht jeder*jedem Bewohner*in ein eigener Raum mit acht bis elf Quadratmetern und eine kleine Terrasse zur Verfügung. Diese ist zugleich Freibereich und privater Zugang zu den Wohnungen. „So muss man nicht zwingend den Hauptzugang vom Treppenhaus nutzen“, erklärt Tim Heide das Konzept. „Die Räume sind zwar klein, aber separat erschließbar, was allen ein wichtiges Stück Privatsphäre sichert. Solche Kleinigkeiten finden wir im heutigen Wohnungsbau wichtig.“

Außen Porenbeton, innen Kalksandstein

Um flexible Grundrisse zu ermöglichen, war eine besondere Gebäudekonstruktion nötig. „Wir wollten eine monolithische Bauweise ohne Wärmedämmung, wenige Anschlussdetails und massive tragende Außenwände, die Sonnenwärme speichern“, sagt Tim Heide. Eine weitere Herausforderung für die Tragstruktur waren die zahlreichen Öffnungen in der Fassade, da diese zwar alle gleich groß sind, aber nicht übereinander liegen. Für die Außenwände der oberen sieben Geschosse kamen großformatige Porenbetonsteine zum Einsatz. Die aufgrund der Steingröße schnell errichteten Wände weisen neben dem hohen Wärmeschutz ebenso einen hohen Schall- und Brandschutz auf. Das Erdgeschoss besteht aus Stahlbetonfertigteilen. Die Wohnungstrennwände und der tragende Treppenhauskern sind aus Gründen des Schallschutzes und im Bestreben, schlanke Innenwände zu haben, aus Kalksandsteinen gemauert.
Dieses Konzept verspricht, die neuen Wohngebäude zu einem langlebigen, vielseitig einsetzbaren Teil der Großsiedlung zu machen.

Fazit

Bei diesem Projekt treffen DDR-Bauten auf moderne Wohngebäude und Alteingesessene auf frisch Zugezogene. Um die beiden Welten bestmöglich zu verbinden, braucht es ein flexibles Konzept – wie das vom Team um Tim Heide.

Kontakt aufnehmen

Kontakt

Das Expertenteam um Olaf Kruse kümmert sich gerne um Ihr Anliegen.

Portrait Olaf Kruse, Pressesprecher Xella Deutschland

Wir helfen Ihnen gerne weiter.

* Pflichtangaben
Info zu PLZ und Tätigkeit: Nicht jedes unserer Produkte ist für alle Bereiche oder in jeder Region verfügbar. Durch Ihre Angabe, können wir bereits die für Sie passenden Inhalte aussteuern.

Mit Absenden dieses Formulars erkläre ich mich einverstanden, zum Zwecke der Beratung von der Xella Deutschland GmbH bzw. Ytong Bausatzhaus GmbH / Xella Aircrete Systems GmbH kontaktiert zu werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber den genannten Gesellschaften widerrufen (z.B. per E-Mail an datenschutz-service@xella.com oder per Post an Xella Deutschland GmbH; Datenschutz, Düsseldorfer Landstraße 395, 47259 Duisburg). Ein Widerruf gegenüber einer Gesellschaft gilt grundsätzlich für alle drei o.g. Gesellschaften.

Einzelheiten zur Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten finden sich in der Datenschutzinformation.

Newsletter abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden.

* Pflichtangaben
Info zu PLZ und Tätigkeit: Nicht jedes unserer Produkte ist für alle Bereiche oder in jeder Region verfügbar. Durch Ihre Angabe, können wir bereits die für Sie passenden Inhalte aussteuern.

Mit Absenden dieses Formulars erkläre ich mich einverstanden, zum Zwecke der Beratung von der Xella Deutschland GmbH bzw. Ytong Bausatzhaus GmbH / Xella Aircrete Systems GmbH kontaktiert zu werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber den genannten Gesellschaften widerrufen (z.B. per E-Mail an datenschutz-service@xella.com oder per Post an Xella Deutschland GmbH; Datenschutz, Düsseldorfer Landstraße 395, 47259 Duisburg). Ein Widerruf gegenüber einer Gesellschaft gilt grundsätzlich für alle drei o.g. Gesellschaften.

Einzelheiten zur Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten finden sich in der Datenschutzinformation.