QNG-Zertifizierung: nachhaltiges Bauen mit Xella
Nachhaltig und denkmalgerecht: Stadthäuser in Frankfurt (Oder) – mit Ytong und Silka zur QNG-Zertifizierung: Nachhaltigkeit prägt die Bauwirtschaft wie kaum ein anderes Thema. Mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG), eingeführt vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, wurde ein Standard geschaffen, der ökologische, ökonomische und soziokulturelle Anforderungen an Gebäude definiert. Doch die Umsetzung in der Praxis ist komplex.
Die atg wohnen gmbh hat mit ihrem Stadthausprojekt in Frankfurt (Oder) ein Beispiel für nachhaltiges Bauen geschaffen, das zugleich den Denkmalschutz integriert: Fünf Stadthäuser mit 60 Wohnungen verbinden historische Architektur mit zeitgemäßer Bauweise und zeigen, wie sich QNG-Kriterien mit „QNG-ready“-Produkten wie Ytong und Silka von Xella umsetzen lassen. „Unser Ziel war es, nicht nur nachhaltige und energieeffiziente Gebäude zu errichten, sondern auch die Geschichte des Standorts zu bewahren“, erklärt Armin Gebauer, Geschäftsführer der atg wohnen gmbh. Als Planer, Bauherr und Bauunternehmer in einer Person steuert er das gesamte Wohnungsbauprojekt.
Das QNG-Siegel: Maßstab für zukunftsfähiges Bauen
Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude bietet Bauherrschaft und Architekturschaffenden eine klare Richtschnur für ressourcenschonendes und klimafreundliches Bauen. Es zeichnet Gebäude aus, die in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und soziokulturelle Qualität überdurchschnittliche Standards erfüllen. Diese Kategorien umfassen Anforderungen wie Ressourcenschonung, Innenraumluftqualität, Barrierefreiheit und Lebenszykluskosten. Das QNG-Siegel wird in zwei Qualitätsniveaus vergeben:
- QNG Plus: Überdurchschnittliche Qualität.
- QNG Premium: Deutlich überdurchschnittliche Qualität.
Das QNG-Siegel dient zudem als Nachweis für die Einhaltung der (Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse), wodurch Bauherrinnen und Bauherrn Zugang zu Förderkrediten und Zuschüssen erhalten. „Für uns war die QNG-Zertifizierung ein entscheidender Schritt, da sie uns nicht nur finanzielle Vorteile bietet, sondern auch den Wert der Immobilien langfristig steigert“, betont Gebauer.
Ein wichtiger Bestandteil der QNG-Zertifizierung ist die Zusammenarbeit mit speziell geschulten und lizenzierten Auditorinnen und Auditoren. Sie begleiten den Bauprozess von der Planung über den sogenannten PRE-Check bis hin zur abschließenden Dokumentation. Gerade die ökologischen Kriterien, die die Baustoffe erfüllen müssen, sind anspruchsvoll – darunter Schadstofffreiheit, Recyclingfähigkeit und die Reduktion von Treibhausgasen über den Lebenszyklus.
Wir setzen seit Jahren auf Massivbaustoffe von Xella, denn sie sind technisch ausgereift, einfach zu verarbeiten und langlebig.
Einfach nachhaltig Bauen mit Ytong und Silka
Mit den „QNG-ready“-Produkten Ytong und Silka von Xella hat die atg wohnen gmbh Baumaterialien gewählt, die auf die Anforderungen des QNG-Siegels abgestimmt sind. Beide Produkte bestehen aus natürlichen Rohstoffen wie Kalk und Sand und bieten viele Vorteile:
- Energieeffizienz: Ytong (Porenbeton) verfügt über hervorragende Dämmeigenschaften, die den Energieverbrauch von Gebäuden reduzieren.
- Robustheit: Silka (Kalksandstein) zeichnet sich durch hohe Tragfähigkeit, Schallschutz und Langlebigkeit aus.
- Gesundheit: Die Produkte sind schadstofffrei und emissionsarm, was eine gesunde Innenraumluftqualität fördert.
- Brandschutz: Ytong und Silka gehören zur höchsten Baustoffklasse A1 und sind nicht brennbar.
- Natürliches Raumklima: Beide Materialien sind diffusionsoffen und können Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, was zu einer natürlichen Regulierung des Raumklimas beiträgt.
Armin Gebauer betont: „Wir setzen seit Jahren auf Massivbaustoffe von Xella, denn sie sind technisch ausgereift, einfach zu verarbeiten und langlebig.“ Die technische Unterstützung durch Xella, etwa bei der Planung und Dokumentation, habe den Bauprozess zusätzlich erleichtert. „Die Umweltproduktdeklarationen (EPDs) der Xella-Produkte ermöglichen eine transparente Nachweisführung und sind wichtig für die QNG-Zertifizierung.“
Das Stadthausprojekt in der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße in Frankfurt (Oder) ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Es umfasst fünf Gebäude mit insgesamt 60 Wohnungen, wobei die Gebäude 4 und 5 eine QNG-Zertifizierung anstreben. „Unser Grundprinzip war immer die Effizienzbauweise“, erklärt Armin Gebauer. Bereits beim Start des Projekts im Jahr 2019 wurden hohe energetische Standards wie KfW 40 Plus eingehalten. Mit der Einführung neuer Förderkriterien im Jahr 2022 rückte die QNG-Zertifizierung zusätzlich in den Fokus.
Ein geschichtsträchtiges Baugrundstück
Eine der größten Aufgaben des Projekts war die Integration denkmalgeschützter Keller aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Diese gehörten einst zu Patrizierhäusern und mussten freigelegt und gesichert werden. Ihr Zustand variierte stark – einige waren gut erhalten, andere durch Kriegsschäden und Verfüllungen kaum noch erkennbar. „Die Katasterunterlagen stimmten oft nicht mit der Realität überein. Manchmal fanden wir Keller, die gar nicht eingezeichnet waren, während andere verzeichnet waren, aber nicht existierten“, berichtet Armin Gebauer. Die Stadt Frankfurt wollte die ältesten Keller der Stadt unbedingt erhalten. Erst nach ihrer Freilegung konnte die endgültige Gebäudestruktur festgelegt werden. Dabei arbeiteten Archäologen, Statiker und Denkmalpfleger eng zusammen. „Unser Ziel war, die historischen Keller optisch zu integrieren, ohne ihre Stabilität zu gefährden“, so Gebauer. Die neue Tragkonstruktion aus Stahlbeton wurde bewusst daneben oder darüber platziert, aber nicht mit den alten Mauern verbunden. So blieben die Keller für die Nachwelt sichtbar, ohne ihre Substanz zu belasten. Für diese behutsame Herangehensweise erhielt das Projekt 2023 den Denkmalpreis des Landes Brandenburg.
Unsere Häuser verbrauchen deutlich weniger Energie als vergleichbare Neubauten, was die Betriebskosten erheblich senkt.
Ensemble mit Vielfalt
Die fünf neuen Stadthäuser unterscheiden sich bewusst in Materialität, Geschossigkeit und Fassadengestaltung, um den Eindruck eines gewachsenen Stadtbildes zu vermitteln. „Jedes Gebäude sollte seine eigene Identität haben, gleichzeitig aber Teil einer geschlossenen Straßenbebauung mit prägendem Charakter sein“, so Gebauer. Die Fassaden kombinieren Klinker und verschiedene Putze und andere plastische Elemente, in Anlehnung an die ehemaligen Patrizierhäuser. Anspruchsvoll war auch die Gestaltung des Hauses neben dem historischen Kurfürstenhaus, da die Stadt klare Vorgaben zur Materialität und Ausführung machte.
Die Wohnungen – von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Einheiten – bieten Wohnflächen von 50 bis 150 Quadratmetern. „Unser Fokus lag darauf, großzügige und bezahlbare Wohnungen zu schaffen, die den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung entsprechen“, erklärt Gebauer. Vor allem die hohe Energieeffizienz der Gebäude sei für Mieter und Käufer ein großer Vorteil. „Unsere Häuser verbrauchen deutlich weniger Energie als vergleichbare Neubauten, was die Betriebskosten erheblich senkt.“ Die Resonanz auf das Projekt ist entsprechend positiv: Fast alle Wohnungen sind bereits vergeben.
Vom KfW-40-Standard zur QNG-Zertifizierung
Während die ersten Bauabschnitte noch nach dem KfW-40-Standard realisiert wurden, erfüllen die späteren Bauabschnitte die strengen Kriterien des QNG-Siegels. Für die Gebäudehülle und die tragenden Wände setzte die atg wohnen gmbh auf Massivbauweise mit Ytong und Silka, ergänzt durch Leichtbetonwände und Stahlbetondecken. Armin Gebauer erläutert: „Die Gebäudehülle besteht aus geschosshohen Porenbetonelementen, die mit einer Außendämmung versehen sind. Innen verwenden wir tragende Wände aus Kalksandstein.“ Diese Kombination sorgt sowohl für die Energieeffizienz als auch für hohen Schall- und Brandschutz sowie Langlebigkeit.
Die Umweltproduktdeklarationen (EPDs) der Xella-Produkte ermöglichen eine transparente Nachweisführung und sind wichtig für die QNG-Zertifizierung.
Praxisleitfaden: So gelingt nachhaltiges Bauen mit Xella
Das Projekt in Frankfurt (Oder) bietet wertvolle Erkenntnisse, wie nachhaltiges Bauen in der Praxis gelingt. Architekten und Bauherren, die ähnliche Projekte realisieren möchten, können von folgenden Tipps profitieren:
Frühzeitige Planung
Arbeiten Sie eng mit einem Nachhaltigkeitsberater*innen und Auditor*innen zusammen, um die QNG-Kriterien von Beginn an zu berücksichtigen.
Nachhaltige Materialien:
Verwenden Sie „QNG-ready“-Produkte wie Ytong und Silka, die ökologische, ökonomische und funktionale Vorteile bieten.
Effiziente Dokumentation:
Nutzen Sie Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und technische Nachweise, um den Zertifizierungsprozess zu erleichtern.
Denkmalschutz als Chance:
Historische Elemente und heutige Bauanforderungen lassen sich durch innovative Bauweisen kombinieren.
Technische Unterstützung:
Profitieren Sie von der Beratung durch unsere Expertinnen und Experten bei Xella, um die Planung und Umsetzung zu optimieren.
Fazit
Die Stadthäuser in Frankfurt (Oder) zeigen, dass nachhaltiges Bauen und Denkmalschutz kein Widerspruch sind. Mit der Kombination aus energieeffizienter Massivbauweise und ressourcenschonenden Materialien erfüllt das Projekt höchste Standards – und bietet zugleich modernen Wohnraum mit historischem Bezug.