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Fachwissen04.06.2021

EPD: Genaue Ökobilanz für Bauprodukte

Aktuell macht die Bau- und Gebäudewirtschaft ca. 38 % der globalen C0₂-Emissionen aus. Das bedeutet, dass die ökologische Gebäudebewertung zunehmend immer wichtiger wird. So müssen Planer und Architekten vermehrt auf die Nachhaltigkeit der verwendeten Bauprodukte achten. Damit sie dies besser beurteilen können, fertigen Hersteller für ihre Produkte eine Environmental Product Declaration (EPD) an.

Der Umwelt-Steckbrief für die Baumaterialien

Alle Bauprodukte und Baustoffe haben in ihrer Produktion und Anwendung Auswirkungen auf die Umwelt. Zur Bewertung der Nachhaltigkeit eines Gebäudes, ist es wichtig, die Ökobilanz der einzelnen Bestandteile sowie ihre Verwendung im Gesamtkontext genau zu kennen. Erst bei Betrachtung des gesamten Lebenszyklus der einzelnen Bestandteile kann eingeschätzt werden, wie nachhaltig ein Gebäude wirklich ist. Eine Umweltprodukt-Deklaration oder auch EPD (Environmental Product Declaration) kann hierbei hilfreich sein. 

In einer EPD werden umweltrelevante Informationen zusammengefasst, um eine neutrale und transparente Nachhaltigkeitsbewertung vorzunehmen. Eine EPD ist kein Zertifikat, sondern ein Typ-III-Umweltkennzeichen. Das heißt: Hier müssen keine bestimmten Kriterien zur Kennzeichnung erfüllt werden. In einer EPD geht es weniger um die Bewertung eines Produkts – der Fokus liegt eher auf der Vielzahl an Informationen über die Auswirkungen des Produkts auf seine Umwelt. Eine EPD ist also eine Art Umwelt-Steckbrief für Baumaterialien.
 

Grünes Logo der EPD
Die EPD enthält die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden und umweltrelevante Produktinformationen.

Was steht in einer EPD?

Ob Fensterrahmen, Türen und Bodenbeläge, Dämmstoffe oder die Steine des Mauerwerks – für jedes Bauprodukt kann eine EPD angefertigt werden. Eine EPD setzt sich aus zahlreichen umweltbezogenen Faktoren und Indikatoren zusammen. Hierbei kann der gesamte Lebenszyklus von der Rohstoffgewinnung über die Nutzphase bis zu Wiederverwendung und Entsorgung berücksichtigt werden.

Erst wenn ein Produkt in mehreren Phasen betrachtet wird, kann eine sinnvolle ökologische Bewertung vorgenommen werden. Kern eines EPD ist eine Tabelle, in der die Umwelteinwirkungen in Kennzahlen übersetzt werden. Hier werden globales Erwärmungspotenzial, Versäuerungspotenzial für Wasser und Boden sowie Abbaupotential der stratosphärischen Ozonschicht pro Einheit berechnet.

Auch Schadstoffemissionen, Transporte, Verbrauch von fossilen Ressourcen und Wasser sowie die Smogbildung werden in der EPD aufgeführt. So entsteht am Ende ein Dokument mit vergleichbaren Werten. Aufgrund der vielen zu erhebenden Faktoren ist die Erstellung eines EPDs komplex und wird von einem unabhängigen Programmbetreiber durchgeführt.

Wer erstellt ein EPD?

In Deutschland werden die meisten Umwelt-Produktdeklarationen vom Institut Bauen und Umwelt e.V. (IBU) veröffentlicht. Das IBU ist der einzige, öffentlich anerkannte Programmbetreiber, welcher EPDs erstellt. Mit der Beteiligung verschiedener Akteure wird ein EPD nach Antragstellung in einem aufwändigen, dreistufigen Verfahren angefertigt. Als Basis zur Bewertung dienen verschiedene ISO- und EN-Normen. 

Zudem folgt eine weitere Überprüfung von Dritten. Damit wird sichergestellt, dass die Bewertung glaubwürdig, objektiv und transparent ist sowie eine internationale Vergleichbarkeit möglich ist. Der Öffentlichkeit wird die jeweilige EPD vom IBU zur Verfügung gestellt. Inhaber der EPD ist das antragstellende Unternehmen.

Welchen Nutzen hat eine EPD?

EPDs bieten die Basis für eine umfangreiche Ökobilanzierung eines Gebäudes. Planer und Architekten bekommen so die Möglichkeit, Baustoffe miteinander zu vergleichen und die ökologische Nachhaltigkeit ihres Gebäudes bereits in der Planungsphase zu verbessern. Bauherren und Bauunternehmen können die EPDs verwenden, um beispielsweise Vorgaben bei Ausschreibungen optimal zu erfüllen. 

Darüber hinaus erhalten Hersteller einen guten Einblick in die Nachhaltigkeit ihrer Produkte und können aufgrund der berechneten Kennzahlen Produktionsabläufe, das Produkt selbst, die Verpackung oder den Transport nachhaltiger und umweltschonender gestalten. Gleichzeitig dienen EPDs den Herstellern als Marketinginstrument. Schließlich steigt die Nachfrage für nachhaltige Gebäude und damit auch für die entsprechenden Bauprodukte stetig an. 

EPD am Beispiel Porenbeton

Im nachfolgenden EPD von unbewehrten Porenbetonsteinen werden die Umweltauswirkungen „von der Wiege bis zum Werkstor“ betrachtet. Zunächst werden die einzelnen zur Herstellung benötigten Rohstoffe, wie Sand, Zement, Branntkalk, Gips, Aluminium und Wasser, analysiert. Anschließend wird der gesamte Herstellungsprozess beschrieben und gezeigt, welche Maschinen zum Einsatz kommen, wie viel Wasser benötigt wird und welche sonstigen Mittel eingesetzt werden. 

Einwirkungen auf den Baustoff werden ebenfalls beschrieben. Bei Kontakt mit Wasser lösen sich keine schädlichen Stoffe. Außerdem werden im Brandfall keine giftigen Gase freigesetzt. Sortenreine Porenbetonreste können zurückgenommen und zu Granulat oder Sandersatz weiterverarbeitet werden. Zum Schluss wird in der EPD ein LCA (Life Cycle Assessment) aufgeführt – das ist die Ökobilanz des Materials Porenbeton in den drei Stadien Rohstoffversorgung, Transport und Herstellung. 

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