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GLP-Logistik-Center: Brandschutz am längeren Hebel

hebel halle außenansicht glp logistikcenter philippsburg

Logistikimmobilien unterliegen einem ständigen Wandel, sei es durch neue Nutzeranforderungen, gesetzliche Rahmenbedingungen oder technische Weiterentwicklungen. Auch beim Thema Brandschutz gilt: Wer in die Zukunft investiert, muss heute schon an morgen denken. So wurde im Zuge eines Umbaus ein Teilbereich des GLP-Logistikzentrums in Philippsburg bei Karlsruhe gemäß der aktuellen Bauordnung des Bundeslandes brandschutztechnisch gezielt aufgewertet. Rund 10.000 m² Brandschutzwände aus Hebel Porenbeton – geliefert in rund 2.000 m³ großformatigen Elementen – sorgen nun für eine zeitgemäße Unterteilung der Hallen in normgerechte Brandabschnitte. Damit ist das Areal auf einer Gesamtfläche von 120.570 m² noch besser für die (Brandschutz-)Anforderungen moderner Logistiknutzung gerüstet.

Mehr als ein Drittel aller großen Brandschäden entstehen in Gewerbe und Industrie. Vor allem Lager und produzierende Betriebe bergen große Gefahren: dicht gestapelte Paletten, leicht entzündbare Dämmstoffe oder Verpackungsmaterialien, Hochregale, die Flammen schnell nach oben leiten – all das sind bedrohliche Brandbeschleuniger. Jedes Jahr wird eine hohe Anzahl an Industrie- und Gewerbegebäuden durch Großbrände zerstört. Das bedeutet für Unternehmen häufig das Ende der Existenz. Laut Statistik der Industrie-Feuerversicherung entsteht weit mehr als die Hälfte der Feuer durch „technische Defekte“, oft kombiniert mit Fehlverhalten oder Nachlässigkeit. Spitzenreiter mit 31 % sind Brände durch Elektrizität, zum Beispiel infolge beschädigter, mangelhaft installierter oder überlasteter elektrischer Anlagen. Brandrisiken und damit verbundene Folgeschäden lassen sich jedoch deutlich reduzieren, wenn der bauliche Brandschutz im Bestand den aktuellen Brandschutzrichtlinien angepasst wird, etwa durch geeignete Brandwandunterteilungen, wie sie hier umgesetzt wurden. 

Entwicklung und Erweiterung des Bestands

Der Standort Philippsburg ist für ein Logistikzentrum exzellent geeignet. Er liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar und verfügt nicht nur über eine attraktive Verkehrsanbindung an die Autobahnen A5, A6 und A61, sondern auch an die drei Binnenhäfen Karlsruhe, Mannheim und Ludwigshafen am Oberrhein. Davon profitiert auch das GLP-Logistik-Center im Gewerbegebiet „Bruchstücke“. Das Objekt wurde in mehreren Bauabschnitten als Distributionszentrum für Fahrzeugreifen gebaut. Die erste Halle entstand schon 1980. Bis 2012 wurde sie mehrmals erweitert. Der so entstandene Komplex beeindruckt durch seine Dimensionen. Er erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 120.570 m² bei einer lichten Höhe von zwölf Metern. Die Grundabmessungen des Gebäudes (bestehend aus den Halle A1-9, B/C, D und E) betragen ca. 640 x 180 m mit einer Firsthöhe 12,20 m und einer Traufhöhe 10 m. Das Konstruktionsraster der in Stahlkonstruktion erstellten Hallen beträgt 15,50 m x 15,50 m. Im Nordosten ist ein Bürogebäude angebaut. Nach einem Eigentümerwechsel wurde das Areal als Multi-Tenant-Zentrum für eine Logistiknutzung umgebaut. 

Feuer und Flamme für den Brandschutz

Neben Flächenangebot und Standortqualität rücken für moderne Logistikimmobilien auch Themen wie Betriebssicherheit und bauliche Resilienz zunehmend in den Fokus. So wurde das Logistikzentrum in Philippsburg im Jahr 2025 nicht nur funktional neu ausgerichtet, sondern auch gezielt brandschutztechnisch optimiert: Ein zentrales Element dieser Maßnahme ist der nachträgliche Einbau von rund 10.000 m² Brandschutzwänden aus großformatigen Montagebauteilen von Hebel. Insgesamt wurden dabei etwa 2.000 m³ Brandsicherheit verbaut, um die vormals übergroßen Brandabschnitte von bis zu 40.000 m² in regelkonforme, kleinere Einheiten zu unterteilen.

Das Resultat: mehr Sicherheit für Mensch und Betrieb und eine risikominimierende Aufwertung des gesamten Immobilienwerts. Was die neuen Brandwände zum Sicherheitsplus macht, ist ihr besonderes Material, nämlich Porenbeton. 

Porenbeton ist ein nichtbrennbarer Baustoff der höchsten Baustoffklasse A1 (gemäß DIN 4102 Teil 4)

 Er brennt nicht, tropft nicht brennend ab, entwickelt keinen Brandrauch und setzt auch unter großer Hitze keine schädlichen Gase frei. Das heißt: Im Brandfall liefert Porenbeton den Flammen keine zusätzliche Nahrung. Dies gilt für die einzelnen Elemente ebenso wie für den Mauerwerksverbund. Die Montagebauteile von Hebel bilden so eine natürliche Barriere gegen Feuer (Feuerwiderstandsklassen F90-F180). Und zwar weitaus länger, als die Bauaufsicht verlangt. 

Nicht nur in punkto Brandschutz punkten die Hebel-Montagebauteile beim Bau monolithischer, einschaliger Wände, auch in punkto Schallschutz sowie Schallabsorption. Und mit ihrem großen Format (Länge der Brandwandplatten ≤ 8,00 m) sind sie ideal für die schnelle, wirtschaftliche Errichtung von Wänden in den in aller Regel sehr groß dimensionierten Logistikzentren und Lagerhallen.

Vergleich Porenbeton und Normalbeton Brandfall
Vergleich zwischen Normalbeton und Porenbeton bei jeweils 150 mm Wanddicke: Porenbeton sitzt in puncto Brandschutz eindeutig am längeren Hebel.

Brandschutzgerechte Ausführung im Detail

Im Zuge der Neuaufteilung des Logistikzentrums in Philippsburg wurden rund 80.000 m² Hallenfläche in acht eigenständige Einheiten zwischen 10.000 und 11.000 m² unterteilt – eine vorausschauende Reaktion auf die steigende Nachfrage nach kleineren, flexibel nutzbaren Logistikflächen. 

Die Koordination der Umbaumaßnahme lag in den Händen der Firma LIST Bau Nordhorn, unter der neuen Abteilung Bauen im Bestand, die als Generalunternehmer auftrat. 

Das Projektteam unter Führung des technischen Leiters Jan Stegmann, dem Projektleiter Marvin Handrup und Bauleiter Patrick Drossert übernahmen hierbei die Gesamtverantwortung für die baulichen Maßnahmen. 

Die Montagebauteile von Hebel sind nicht nur eine der schnellsten Möglichkeiten, Logistikhallen durch Unterteilung dem geänderten Bedarf anzupassen, sondern auch eine der sichersten, was den Brandschutz angeht!
Patrick Drossert, Bauleiter des Generalunternehmers LIST Bau Nordhorn (Herford)

Die besondere Herausforderung der Montage der Betonfertigteile und der Porenbetonelemente lag darin, dass diese in der geschlossenen Halle montiert wurden und die Brandwände entgegen den Vorgaben der Industriebaurichtlinie nicht über Dach geführt wurde. Die Brandwände wurden deshalb bis zur Unterkante der Dachhaut geführt, wobei Dach- und Wandanschlüsse mit Mineralwolle und einer Lagesicherung verschlossen wurden. Zusätzlich erhielt das Tragwerk beidseitig eine F90-Ummantelung auf einer Länge von 1,25 m. Hintergrund war der unverhältnismäßige wirtschaftliche Aufwand der Trennung des Bestandstragwerks und einer vorhandenen vollflächigen PV-Anlage auf dem Bestandsdach.

Vertikaler Schnitt durch Hebel Dachanschluss
Vertikaler Schnitt durch den Dachanschluss.
Bauzeichnung mit horizontalem Systemschnitt und Perspektivschnitt hebel Halle.
Bauzeichnung mit horizontalem Systemschnitt und Perspektivschnitt.

Hier konnte durch Kompensationsmaßnahmen das Schutzziel der „Verhinderung der Brandausbreitung“ über den Brandwand-Dachanschluss erfüllt werden. Das Ziel „Wirksame Löscharbeiten“ wurde durch die nichtbrennbaren Materialien der Dachschale, die brandschutztechnische Verkleidung der Stahlkonstruktion, die übersichtliche Zuwegung mit ausreichendem Raum für Aufstellflächen, die umlaufend vorhandenen Hydranten, die vorhandenen Sprinkleranlage plus einer zusätzlichen redundanten Sprinklerpumpe erfüllt. 

Durch diese objektspezifischen Eigenschaften konnte mit der Brandschutzdienststelle eine akzeptable Abweichung erreicht werden.  

Um die Brandschutzwände montieren zu können, wurden im Vorfeld 79 Stützenfundamente hergestellt. Hierzu wurden die vorhandene Betonsohle in einer Größe von 4,00 x 4,40 eingeschnitten und die erforderlichen Stützfundamente in einer Tiefe von -0,90 Meter OKFF ausgehoben. Weiterhin mussten vereinzelt Sprinklerleitungen in den betroffenen Bereichen demontiert werden. Vorhandene Medienleitungen wurden in den Brandwänden brandschutztechnisch geschottet. Im späteren Verlauf wurden noch eine neue Beleuchtungseinrichtung, eine brandschutzrelevante Sicherheitsbeleuchtung, Rauchgasventilatoren, Brandschutzschiebetore und Brandschutztüren montiert.  

Grundrissgrafik acht neue Hallen mit neuen hebel Brandwänden
Acht neue Hallen: Die roten Linien markieren die neuen Brandschutzwände.
halle phillipsburg innenansicht hebel porenbeton
Hebel-Porenbeton macht die Halle sicher – und alles, was später eingelagert wird.
halle phillipsburg innenansicht trennwände hebel porenbeton
Trennwände aus Hebel-Porenbeton für das gute Gefühl der Sicherheit.
Patrick Drossert, Bauleiter des Generalunternehmers LIST Bau Nordhorn (Herford)
Patrick Drossert, Bauleiter des Generalunternehmers LIST Bau Nordhorn (Herford)

Mit der Ausführung der Brandwandmontage wurde der Hebel-Partner Montagebau Niko GmbH aus Herford unter Florian Lemac betraut. Die Hebel-Wände wurden mit Spezialkränen aufgestellt, wobei die letzten Meter mit aufgesetzten Stahlstützen ergänzt wurden, da die Betonfertigteile aus statischen Gründen nur bis zu einer Höhe von 8 m ausgeführt werden konnten. Die Porenbetonelemente wurden mit Halfen-Schienen kraftschlüssig mit den Stahlstützen verbunden. Die Stahlstützen wurden zudem brandschutztechnisch in F90 feuerbeständig verkleidet.

Ergebnis: Acht neue unterteilte Hallen in marktgerechter Größe und sicherheitsgerechter Brandschutzausstattung.

Bautafel

Bautafel

Objekt:                              Einfamilienhaus, freistehend

Projekt:                             10.000 m² Brandschutz

Bauherr:                            GLP Logistik AG (Frankfurt)

Projektsteuerung:           KAM Project Consultants GmbH (Frankfurt) 

Generalunternehmer:     List Bau (Nordhorn) 

Ausführung:                    Montagebau NIKO GmbH (Herford) 

Produkt:                           Hebel-Porenbeton-Montagebauteile 

Hersteller:                       Hebel von Xella Deutschland GmbH 

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